17. Sitzung bei der Microsoft Deutschland GmbH 2018 in München


Am 23. Oktober 2018 traf sich der vom Bayerischen Wirtschaftsarchiv geführte Arbeitskreis Wirtschaftsarchive Bayern zu seiner 17. Arbeitstagung bei der Microsoft Deutschland GmbH in München. Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs, konnte 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus bayerischen Unternehmensarchiven begrüßen. Sie dankte Margarita Gotor Schäffer, Marketing Communication Manager Microsoft Deutschland, für die Einladung und die Ausrichtung der Tagung.
Margarita Gotor Schäffer hieß die Mitglieder des Arbeitskreises herzlich willkommen. Sie gab einen kurzen Überblick über Bedeutung und Stellenwert von Microsoft als Global Player, der in Deutschland an den Standorten Stuttgart, Berlin, Köln und München vertreten ist und hier 3500 Mitarbeiter beschäftigt, davon allein 1900 in der Münchner Zentrale. Das in der bayerischen Landeshauptstadt 2016 bezogene neue Verwaltungsgebäude gilt als einer der modernsten Bürobauten Deutschlands. Es bietet ideale Bedingungen für zeitgemäße Formen der Zusammenarbeit, den Einsatz neuester Technologien und die individuelle Entfaltung aller Mitarbeiter. Unter dem Stichwort „Arbeiten 4.0“ erlaubt der hier realisierte „Work-Life-Flow“ flexibles, teamübergreifendes Arbeiten an unterschiedlichen Orten (am Standort, zu Hause, unterwegs) und schafft fließende Übergänge zwischen Arbeit und privatem Alltag.
Das Thema der Arbeitskreis-Tagung lautete „Oral History – ‚erinnerte‘ Geschichte: Das Zeitzeugengespräch als Herausforderung für Archive“. Vielfach nutzen auch Unternehmensarchive die Erinnerung von Zeitzeugen als wichtige Basis für die Unternehmensgeschichte. Dabei gilt es allerdings eine Reihe von Kriterien zu beachten. Die größte Herausforderung liegt in der Subjektivität der Befragten, die eine besonders gründliche Quellenkritik nötig macht. Prof. Dr. Ludwig Eiber, der verschiedene Zeitzeugenprojekte verantwortlich begleitet hat, berichtete von seinen Erfahrungen im Umgang mit Oral History und gab eine Reihe von methodischen Hinweisen, die es hierbei zu beachten gilt. Dr. Christian Finger, Leiter des historischen Archivs der Wacker Chemie AG in Burghausen, gab einen Erfahrungsbericht über ein dort sehr erfolgreich realisiertes Buchprojekt. Es basiert auf den umfangreichen Lebenserinnerungen des langjährigen Leiters des Stammwerkes Burghausen, der von 1919 bis 1952 33 Jahre seines Berufslebens bei Wacker verbrachte und bis zu seinem Tod 1971 berufliche und persönliche Erlebnisse dieser Zeit ausführlich niederschrieb. Das fast 600 Seiten umfassende Manuskript wurde quellenkritisch aufbereitet und 2018 unter dem Titel „Gratwanderungen“ im Druck vorgelegt.
Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Mittagsimbiss weiter Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Danach führten Margarita Gotor Schäffer und ihre Kolleginnen die Teilnehmer in Gruppen durch die Räumlichkeiten der Microsoft-Zentrale und erläuterten dabei anschaulich das umgesetzte „Work-Life-Flow“-Konzept.


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