13. Sitzung bei der Siemens AG Healthcare in Erlangen



Am 15. Juli 2014 traf sich der vom Bayerischen Wirtschaftsarchiv geführte Arbeitskreis Wirtschaftsarchive Bayern zu seiner 13. Arbeitstagung bei der Siemens AG Healthcare in Erlangen. Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs, konnte 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus bayerischen Unternehmensarchiven begrüßen. Acht „neue“ Kolleginnen und Kollegen nahmen erstmals an der Veranstaltung teil. Dr. Moser freute sich über das nach wie vor ungebrochene Interesse am Arbeitskreis Wirtschaftsarchive Bayern, der sich in den 13 Jahren seines Bestehens zu einem sehr gut funktionierenden Netzwerk innerhalb der bayerischen Archivlandschaft entwickelt hat. Ein großer Dank galt Doris-Maria Vittinghoff, der Leiterin des Siemens MedArchivs und des neuen Siemens MedMuseums, für die Gastfreundschaft im Hause Siemens.
Die Tagung stand unter dem Thema „Lebendige Geschichtsvermittlung – Chancen und Herausforderungen für Archive“. In ihrem Einstiegsvortrag stellte Doris-Maria Vittinghoff die Genese des Projekts Siemens MedMuseum vor, das mit der Eröffnung des Museums durch den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann im Mai 2014 einen erfolgreichen Abschluss fand. Das im historischen Maschinensaal der Fabrik von Reiniger, Gebbert und Schall eingerichtete Museum zeigt anhand einer Vielzahl von Exponaten die Entwicklung der Medizintechnik am Standort Erlangen. Ausgerüstet mit digitalen Lupen kann der Besucher auf einer Fläche von 400 Quadratmetern in die faszinierende Welt medizinischer Geräte vom Röntgenapparat bis zum Computertomographen eintauchen.
Manuel Schusser, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Siemens MedMuseum, stellte anschließend sein Dissertationsprojekt über „Kooperationen der Siemens-Medizintechnik“ bis zum Beginn der 1940er Jahre vor. Er erläuterte dies insbesondere am Beispiel zweier Kooperationen – der Zusammenarbeit mit der Klinik Berlin-Moabit ab 1927 sowie der Universitäts-Frauenklinik Erlangen ab 1921 im Bereich der Strahlentherapie. Siemens stellte den Einrichtungen Prototypen der Röntgengeräte zur Verfügung, die Mediziner erprobten sie. Erst dieser Austausch zwischen Ärzten und Technikern ermöglichte die Entwicklung erfolgreicher Röntgendiagnostik und –therapie.
Zum Thema erfahrbare und lebendige Geschichtsvermittlung referierte abschließend Dr. Hans-Diether Dörfler, Leiter der Abteilung History Marketing der Kommunikationsagentur Birke und Partner. Er stellte „live“ den extra zu diesem Zweck vor dem Siemens MedMuseum aufgestellten „goldenen Baucontainer“ vor - ein ebenso originelles wie authentisches Objekt, das von Birke und Partner zum 125jährigen Jubiläum eines Erlanger Bauunternehmens als „kommunikativer Nukleus“ konzipiert wurde. Der begehbare und optisch ansprechend gestaltete Baucontainer beherbergt im Inneren eine Ausstellung zu zentralen Aspekten der Firmengeschichte mit interaktiven Elementen. Der mobile Container war während des Jubiläumsjahres bei über 20 lokalen Events im Stadtgebiet im Einsatz und entfaltete eine außergewöhnliche Medienwirkung. Die Tagungsteilnehmer konnten diesen Eindruck durchwegs bestätigen.
Nach dem Mittagessen, das weitere Gelegenheit zum fachlichen Austausch bot, führten Doris-Maria Vittinghoff und Manuel Schusser durch das neue Siemens MedMuseum. Eine anschließende Führung durch das Siemens MedArchiv setzte den Schlusspunkt der Tagung.


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